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Franz Heinrich Ziegenhagen (1792): Lehre vom richtigen Verhaeltnisse zu den Schoepfungswerken, und die durch oeffentliche Einfuehrung derselben allein zu bewuerkende algemeine Menschenbegluekkung

Franz Heinrich Ziegenhagen (1792): Lehre vom richtigen Verhaeltnisse zu den Schoepfungswerken, und die durch oeffentliche Einfuehrung derselben allein zu bewuerkende algemeine Menschenbegluekkung, im Verlag des Autors, Hamburg.

Bei diesem etwa 600 Seiten umfassenden Werk handelt es sich um eine der wenigen sozialutopischen Entwürfe im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Ziegenhagens Werk beschreibt den Entwurf einer Erziehungskommune, die den Ausgangspunkt zu einer schrittweisen Abschaffung des Privateigentums und der gesellschaftlichen Stände bilden soll.

Obgleich er in spätaufklärerischer Manier an die Vernunft der Reichen und Mächtigen zur Umsetzung seiner Utopie appeliert, bleibt er doch nicht ganz in philanthropischen Denkmustern gefangen, wenn er den Zusammenang zwischen ungenügender Erziehung und gesellschaftlicher Ungleichverteilung analysiert.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten beschreibt Ziegenhagen seine zur Gütergemeinschaft führende Kolonie, im zweiten versucht er anhand einer Analyse der Geschichte die Überlegenheit seiner Auffassung zu begründen. Zentral ist dabei für ihn die Abschaffung der herrschenden Religionen und deren Ersetzung durch seine Verhältnislehre.

Ziegenhagen muss als einer der ersten Vertreter frühsozialistischen Gedankenguts in Deutschland gelten und kann in seinen Analysen und Entwürfen mit Robert Owen und Charles Fourier verglichen werden.

Frederic Bastiat (1858): Der Classische Unterricht und der Socialismus.

Frederic Bastiat (1858): Der Classische Unterricht und der Socialismus, Nach dem Französischen bearbeitet, Verlag Carl Meyer, Hannover.

Die ins Deutsche übertragene Begründungsrede für einen Gesetzentwurf zur Abschaffung des Baccaulariats. Aus liberaler, antietatistischer Perpektive begründet Pastiat die Notwendigkeit der Einführung s.g. freier Schulen, an denen nicht der klassische Unterricht in Griechisch und Latein gegeben wird.

Er stellt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Studium der antiken Autoren und der wachsenden Bedrohung durch den Sozialismus und Kommunismus heraus. Autoren wie Plato oder Cicero oder Helden wie Cäsar würden die Jugend von der Frage nach den Naturgesetzen der Gesellschaft abbringen und statt dessen das Bild einer von Menschen willkürlich geschaffenen, und damit auch prinzipiell änderbaren, Gesellschaft propagieren. Dies lege die Grundlage für Unruhe, Umsturz und Revolution; Sittlichkeit und Religiosität des Menschen würden zerstört. Die utopischen Entwürfe beispielsweise Platos fänden ihren aktuellen Niederschlag in den utopischen Entwürfen Fouriers oder Saint Simons.

Interessant sind naturrechtliche Argumente und harmonistische Vorstellungen, die sich, trotz der mit großen Worten beschworenen Gegnerschaft, stark mit denen der Frühsozialisten decken.