Kategorie: Frühsozialismus

Franz Heinrich Ziegenhagen (1792): Lehre vom richtigen Verhaeltnisse zu den Schoepfungswerken, und die durch oeffentliche Einfuehrung derselben allein zu bewuerkende algemeine Menschenbegluekkung

Franz Heinrich Ziegenhagen (1792): Lehre vom richtigen Verhaeltnisse zu den Schoepfungswerken, und die durch oeffentliche Einfuehrung derselben allein zu bewuerkende algemeine Menschenbegluekkung, im Verlag des Autors, Hamburg.

Bei diesem etwa 600 Seiten umfassenden Werk handelt es sich um eine der wenigen sozialutopischen Entwürfe im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Ziegenhagens Werk beschreibt den Entwurf einer Erziehungskommune, die den Ausgangspunkt zu einer schrittweisen Abschaffung des Privateigentums und der gesellschaftlichen Stände bilden soll.

Obgleich er in spätaufklärerischer Manier an die Vernunft der Reichen und Mächtigen zur Umsetzung seiner Utopie appeliert, bleibt er doch nicht ganz in philanthropischen Denkmustern gefangen, wenn er den Zusammenang zwischen ungenügender Erziehung und gesellschaftlicher Ungleichverteilung analysiert.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im ersten beschreibt Ziegenhagen seine zur Gütergemeinschaft führende Kolonie, im zweiten versucht er anhand einer Analyse der Geschichte die Überlegenheit seiner Auffassung zu begründen. Zentral ist dabei für ihn die Abschaffung der herrschenden Religionen und deren Ersetzung durch seine Verhältnislehre.

Ziegenhagen muss als einer der ersten Vertreter frühsozialistischen Gedankenguts in Deutschland gelten und kann in seinen Analysen und Entwürfen mit Robert Owen und Charles Fourier verglichen werden.

Victor Considerant (1847): Theorie der natürlichen und anziehenden Erziehung

Victor Considerant (1847): Theorie der natürlichen und anziehenden Erziehung. Den Müttern gewidment, Verlag von Ernst Friedrich Fürst, Nordhausen.

Auf Charles Fouriers Gesellschaftstheorie aufbauende Erziehungstheorie, die sich sowohl mit den sozialen, psychologischen und didaktischen Problemen der Erziehung befasst.

Grundlegend ist die Annahme, Erziehung (ebenso wie die Gesellschaft als ganze) habe den angeborenen, natürlichen Anlagen des Menschen (Passionen) zu entsprechen, um so den guten Menschen hervorzubringen.

Einer Kritik der zeitgenössischen Erziehung folgt die Entwicklug einer s.g. harmonischen Erziehungstheorie, laut der nach Lebensalter und Charakter der Kinder unterschiedliche Formen der Erziehung anzuwenden sind, entsprechende didaktische Überlegungen werden angestellt.